Frust im Job: Soll ich bleiben oder doch lieber zur anderen Firma gehen?

Ingenieurkarriere 1/2011, Beilage in den VDI nachrichten, Seiten 12/13, Artikel vom 08.04.11 von Peter Ilg

„Should I stay or should I go?“ sang die Band The Clash einst. Wer seinen Job wechseln will, hat derzeit gute Chancen: Ingenieure sind wieder gefragt. Doch wer aus Frust wechselt, könnte bald wieder vor denselben Problem stehen. Dennoch kann ein Wechsel natürlich sinnvoll sein. Von Peter Ilg.

“Es hätte alles so schön sein können: Der richtige Job, ein ordentliches Gehalt und das auch noch in der Stadt der Wahl. Die Firma ist angesehen und die Projekte zukunftsweisend – genau das, was man sich wünscht. Nur leider ging der Chef, bevor der neue Mitarbeiter kam. Und zwischen den beiden Neuen stimmt die Chemie einfach nicht. Was tun: Bleiben oder gehen? Auf diese Frage suchen viele eine Antwort. Und die ist nicht ganz einfach, mitunter hilft nur ein Kompromiss. Weltweit sind sich die Beschäftigten einig: Den meisten Frust bei der Arbeit verursachen mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten, unzureichende Kommunikation der Führungskräfte, fehlende Firmenvision und ein zu hohes Arbeitspensum. Bei den deutschen Arbeitnehmern sieht das nicht anders aus, hat Regus in einer Umfrage herausgefunden. Das Unternehmen – es vermietet weltweit Büros und Konferenzräume – hat 15 000 Beschäftigte in 75 Ländern in einer Studie nach den größten Stressfaktoren und Wünschen befragt. All die genannten Gründe sind Anlass für die Beschäftigten, sich nach einem anderen Job umzusehen. “Wenn man die Situation nicht ändern und sich auch nicht arrangieren kann, dann ist klar, dass man mittelfristig gehen sollte“, sagt Brigitte Scheidt. Ein sicherer Indikator dafür sei der Preis, den das Bleiben fordert. Das kann Krankheit sein, oder wenn man ab Sonntagnachmittag Angst vor dem Montagmorgen hat. „Natürlich ist es riskant, etwas aufzugeben. Genauso riskant ist es aber zu bleiben und etwas zu tun, worunter man leidet“, mahnt Scheidt. Nur, wer Spaß an seiner Arbeit habe, könne darin wirklich gut und erfolgreich sein. „Viele haben viel gelernt, wissen aber nicht, was sie tatsächlich können und was ihnen Spaß macht.“ Brigitte Scheidt ermutigt dazu, sich die Zeit zu nehmen, Bilanz zu ziehen und der Frage nachzugehen: Was mache ich mit meinem Leben? Die Antwort löst dann auch eine andere Frage: bleiben oder gehen?”

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